Warum

Warum werden Leute nicht müde negativ zu sein?

Warum kommunizieren viele Menschen nur noch über das Schlechte in ihrem Leben?

Warum meinen unsere Erdlinge immer nur warnen zu müssen?

Warum verkünden Menschen ihre miese Laune jedoch nie ihre Gute?

Warum motzen, mosern, meckern, jammern, leiden, klagen jene am meisten, welche den wenigsten Grund dazu haben

Die Antwort ist relativ einfach: man hat es in der Kindheit und Jugend antrainiert bekommen. Man kennt es nicht anders und hat sich selbst völlig in der Mühle jener Gesellschaft verloren, der man mit aller Macht und Kraft zugehörig sein möchte.

Egal für welchen gesundheitlichen und finanziellen, sowie persönlichen Preis. Und gerade jene, welche das Individuell und Anders sein stets propagieren, dass sie nicht der Norm entsprechen und so sind wie sie eben sind, sind jene, welche am stärksten mittanzen im Reigen der großen Lobbiesten. Je stärker die Verteidigung und vehementer das Veto, desto größer die Selbstlüge.

Ich hatte mir mal bewusst die Mühe gemacht einen einzigen Tag in meinem Leben vom früh morgens bis zum Schlafen gehen jede einzelne Begegnung mit Menschen dokumentiert. Als ich abends mein Resümee zog, konnte ich es nicht glauben und zollte es dem Zufall. Also wiederholte ich meine Beobachtungen und zwar für eine ganze Woche. Ich konnte nicht glauben was ich da feststellen musste.

Es spielte überhaupt keine Rolle, in welchen Kreisen oder Situationen ich mich befand, oder was ich selbst ausstrahlte, denn ich selbst bin ein sehr positiver Mensch und betrete immer mit einem Lächeln und einem freundlichen Gruß die Szenerie.

Falls sich bei solchen Erzählungen jemand auf den Schlips getreten fühlt und von sich behauptet, er/sie wäre nicht so. All jene „ich bin besonders toll“ Prediger waren am negativsten. Nur dass sie selbst es nicht bemerkten.

Was geschieht mit uns Wohlstandscharakteren? Warum ist dieser Widerspruch in uns selbst mittlerweile so stark, dass wir desto stärker reagieren, je mehr wir uns selbst versuchen einzureden, dass wir einfach nur wunderbar sind. Das sind wir durchaus auch, aber eben nicht in den Augen aller.

Das Lösungsdenken liegt in uns selbst. In erster Linie sollten wir nämlich in unseren eigenen Dasein wunderbar, einzigartig, faszinierend und super toll sein. Und so ist es ein Fakt, dass, wenn ich nun mal propagiere, dass Arschlöcher in meinem Leben nichts verloren haben, dann sollte ich zu allererst dafür sorgen selbst keines zu sein.

Was ist dieses ganze Selbstbewusstseins – und Selbstliebethema wert?

Verwirrt es uns mehr als es uns nutzt?

Nein selbstverständlich nicht. Diesbezüglich werden nur in unserer Jetztzeit und unseren Breitengraden Wörter überstrapaziert und Taten unterbewertet.

Wenn du heute 5x ein Wort nutzt, heißt dies noch lange nicht, dass es dadurch zum Fakt wird.

Nie war ein Spruch wie dieser „Taten sind mehr wert als Worte“ so wertvoll wie heute.

Der Mensch wurde geradezu genötigt sich völlig und komplett mit sich selbst auseinander zu setzen und das genau zu einem Zeitpunkt, wo er sich meist selbst so fremd war, wie der Mond den Marsianern.

Wenn du heute einem Menschen mit auf den Weg gibst, dass er zuerst mal sich selbst finden soll, ist das wie wenn du einem Nagetier Fleisch als Futter vorsetzt. So liegt in der Definition Geheimnis.

Erkläre deinen Auftrag, welchen du erteilst.

Nenne das Kind beim Namen.

Millionen von Hilfegruppen, Selbsthilfegruppen, Coaches und Lebensberatern versuchen sich mit IHRER Theorie und Praxis einen Weg durch den Dschungel der Störungen zu bahnen. Und ich wage zu behaupten, fast 98% von ihnen sind nicht ehrlich ihren Klienten gegenüber.

Was soll es dem Hilfesuchenden bringen, wenn man ihm/ihr immer wieder nach dem Mund redet, wenn die eine Übung nicht klappt ihm/ihr die nächste auf den Bauch bindet.

Je mehr man Menschen an die Hand nimmt, desto mehr entfernen wir sie von sich selbst.

Irgendwann im Laufe viele Seminare, Workshops, Beratungen und Coachings (das neue Modewort schlechthin) ist es geschafft und ein erwachsener Mensch ist nicht mehr in der Lage ein einfaches Brot beim Bäcker zu erwerben ohne vorher seinen persönlichen Coach zu befragen oder in einer Selbsthilfegruppe nach Rat zu suchen.

„Selbsthilfe“ gruppen sind so ziemlich die bescheuertste Wortfindung der letzten Jahre. Wenn man wirklich Hilfe zur Selbsthilfe geben oder praktizieren möchte, muss man loslassen und lernen Situationen auszuhalten. Die Schwelle ist bei vielen längst überschritten.

Zeiten in welchen Menschen allein und selbstverantwortlich durch Krisen ihres Lebens gingen (und nur zu anfangs einen kleinen Schups in die richtige Richtung oder eine liebevolle Umarmung bekamen) sind längst vorbei.

Mittlerweile gibt es Gruppen in welchen Menschen frühmorgens nachfragen, ob es der perfekte Zeitpunkt ist aufzustehen oder 5 min länger oder kürzer effektiver sind.

Längst sind ein Großteil der Bürger in unseren europäischen Gefilden mehr fern- und fremdgesteuert als jemals zuvor.

Was möchte ich mitteilen?

Der Mensch ist nahezu unfähig geworden etwas unangenehmere Situationen auszuhalten. Nie war der Fluchtinstinkt so ausgeprägt wie jetzt. Nur fliehen wir mittlerweile nicht mehr vor wilden Tieren oder lebensbedrohlichen Situationen, sondern oft vor dem Nichts. Vor Kleinigkeiten. Wir flüchten vor Nähe, Beziehungen und vor allem vor Gefühlen.

Dies nahm seinen Anfang vor circa 10 Jahren, als der Mensch begann die persönliche Entfaltung zu predigen.

Nur was, wenn diese persönliche Entfaltung völlig ins Leere oder noch schlimmer ins Desaster führt? Was, wenn dieses plan- und ziellose Lebensgefühl keinerlei Vorteile für das eigene Ich und die Entwicklung des Menschen birgt?

Der Mensch ist dafür gemacht sich in ein bestimmtes System einzugliedern. In welches, dass sollte jeder Einzelne nach reiflicher Überlegung natürlich freigeistlich selbst entscheiden können. Auch ich habe für mich mein eigenes System entwickelt in welchem ich mich bewege und mich wohlfühle.

Um als Erwachsener dorthin zu kommen, gibt es ein enorm wichtiges Grundwort, welches nie wertvoller war als jetzt.

WERTE!!!!!

Es ist der Schlüssel raus aus vielen Irrwegen, vielen Fehltritten, vielen planlosen Lebenswegen, Hoffnungslosigkeit und all den ganzen oberflächlichen Störungen, welche mittlerweile das Leben so vieler Menschen bestimmen.

Seid doch völlig ehrlich zu euch selbst. KOMPLETT EHRLICH meine ich.

Fragt euch selbst, was ihr seht, wenn ihr all eure Wehwehchen, eure Leiden, eure Makel, eure Klagen und Problemchen, welche ihr momentan so mit euch rumtragt, weglasst. Zieht eure Seele doch mal ganz nackt aus. Was bleibt?

Gesunde Seelen würden antworten, dass sie sehr viel Schönes täglich sehen, dass sie den Duft der blühenden Bäume und Blumen lieben, dass sie etwas sehr leckeres gegessen hatten, dass sie sich auf den Film heute Abend freuen, dass sie dankbar sind frühmorgens mit zwei gesunden Füßen aufstehen zu können und noch vieles Schönes mehr.

Doch ich bekomme meist folgende Antworten:

„Mein Mann arbeitet viel zu viel und ich habe Angst um ihn, aber es geht nicht anders, da es der Job von ihm verlangt.“

„Ich möchte ja etwas ändern, unbedingt, aber es ist so schwer.“

„Du redest dir so leicht, dabei ist es viel komplizierter.“

„Diese Krankheit muss man so behandeln. Anders geht es nicht.“

Ich könnte diese Liste Seitenlang fortsetzen.

Viele Leser dürften jetzt bemerkt haben, dass die Antworten eigentlich alle keine direkten auf die oben beschriebene Bitte und Frage waren.

Der Mensch hat eine Automatik in seinem Denken und Reagieren entwickelt und hat man sich auf ein bestimmtes Lebensthema festgefahren, lässt einem das nicht mehr so schnell los.

Man reagiert fast immer nach einem bestimmten Schema, weil man faul geworden ist. Nicht leistungstechnisch, denn darin etwas zu beweisen, da sind wir nach wie vor Meister. Nein faul dabei etwas negatives in etwas positives zu verwandeln, faul darin seine Gedankenrichtung zu ändern. Man ist so mit Makel und Frust verbunden, dass man es schon als angenehm angenommen hat.

Ist all den Menschen eigentlich bewusst was für ein einfaches Futter man für die große Lobby von Pharma- Ernährungs- und Rüstungsindustrie ist, wenn man sich unnötigerweise systematisch selbst zu Grunde richtet.

Ist es eigentlich mittlerweile durchgedrungen, dass dieses öffentlich die eigene Meinung vertreten in einem Netz von Millionen Usern gewollt ist, nämlich um sich damit selbst stets in Unruhe zu versetzen.

Wann ist es das letzte Mal geschehen, dass man einfach weiter scrollt oder eine Plattform (Gruppe, Seite) verlässt, wenn diese kein gutes, entspanntes und angenehmes Gefühl vermittelt? War die Neugierde stärker? Oder der inneren Druck vielleicht etwas bewegen oder verändern zu können?

Der Mensch propagiert ständig wie wertvoll ihm sein Privatleben ist, veröffentlicht aber anstatt etwas Schönen stets das Negative aus seinem Leben. Was bietet nun mehr Einblick?

Jeder Mensch ist beeinfluss- und lenkbar. Einige weniger, manche mehr.

Doch da ist dieses grelle Licht am Ende des Tunnels.

Dieses Licht heißt Werte und Bewusstsein, sowie Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist das Zauberwort in Bezug auf weg von Fremdkontrolle zurück zu Eigenkontrolle. Und ich für meinen Teil kontrolliere mich lieber selbst als dass ich zulasse, dass es andere tun.

Kurz zurück zu meinen Beobachtungen im Laufe eines Tages: egal ob Arztbesuch, Schulgespräch, Klamottenkauf, Wochenmarktbesuch. Noch nie war das Mitteilungsbedürfnis über Kummer und negative Geschehnisse im Leben der Menschen so groß wie zu dieser Zeit. Wildfremde Menschen, welche eine Zeitlang im Bus dir gegenüber sitzen haben keinerlei Hemmungen mehr dir innerhalb kurzer Fahrzeit über Ereignisse aus ihrem privatem Leben zu berichten, während sie zeitgleich sich immer mehr darüber aufregen, wie beobachtet man sich doch heutzutage fühlen müsse. Anstatt durch ein positives Verkaufsgespräch mehr Geld in die Kasse zu bekommen, ignoriert man Kundschaft um der Nachbarin das Leid mit dem undankbaren Kind zu klagen.

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine besondere Begegnung an der Kasse eines Supermarktes in meiner Nähe. Es waren zwei Kassen geöffnet und in der Schlange beider Kassen stand jeweils ein Mann, welcher den anderen kannte. Sie begrüßten sich mit Servus und der Frage „wie geht es so?“ Darauf die Antwort des einen: „Ich kann nicht klagen und du?“ Darauf der andere: „Na wenn ich ehrlich bin ich kann mich auch nicht beschweren. Alles passt.“ Das war es.

Den Rest des Anstehens verharrten die beiden schweigend. Während aber in anderen Situationen wo jene etwas zu beklagen hätten, wahrscheinlich die Kassiererin hätte warten müssen, bis die beiden mit ihrem Austausch über Leid und Kummer fertig gewesen wären, kam den beiden nicht in den Sinn etwas positives aus ihrem Leben zu berichten.

Warum fällt es dem heutigen Menschen so schwer sich über positive Ereignisse auszutauschen. Glaubt mir ich weiß von was ich schreibe, denn ich selbst bin einer dieser Outlaws, dieser verschrienen Optimisten, einer dieser Positiv Denker. Ein Lösungsfinder. Diese Charaktereigenschaften rufen wiederum unheimlich viele negative Reaktionen auf den Plan. Neid, Wut, Unverständnis ja sogar richtig gehend Aggressionen donnern auf mich ein. Und wie gehe ich damit um? Ich halte es aus, weil mein Lebensgefühl mir das wert ist.

            Aushalten – Werte finden – selbstbestimmt leben

Wenn auch ihr euch immer mehr fremd bestimmt fühlt und wieder zurück zu euch selbst möchtet, dann bleibt am Ball. Ich weiß, dass es jeder schaffen kann ein selbstbestimmtes und positives Leben zu führen. Ich glaube an jeden Einzelnen, welcher den Willen dazu hat, dies auch zu schaffen.

Abschließend eine meiner Lieblingsübungen:

Beginnt euren Tag mit euch selbst. Schenkt euch 5 min, bevor ihr euer Bett verlasst. 5 bewusste Minuten, in welchen ihr aktiv Tagträumt, Pläne schmiedet, Ziele ausmacht, Wünsche formuliert, Werte bestimmt, oder einfach nur da liegt und mit offenen oder geschlossenen Augen bewusst euren Körper wahrnehmt. Egal was ihr auch tut, tut es und zwar nur für euch.

in diesem Sinne

eure Sue Freund

 

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Autor: Sue Freund

I am simply happy

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