Einfach – Freigeist – Sein

Heute möchte ich meinen Blog all jenen widmen, welche feststecken. Feststecken in Löchern aus Frust, Kummer, Leid, Schmerz, Schicksal, Enttäuschung, Liebeskummer, Trauer und Zorn.

Ich möchte gleich mal knall hart beginnen. Unsere Erde hat sich innerhalb kürzester Zeit enorm schnell von einem im Aufbruch und Aufruhr steckenden Planeten in ein übersattes, überquellendes schnaubendes Rhinozeros verwandelt. Der Mensch an sich eigentlich behäbig strukturiert.

Die Seele schnell festgetackert in Gewohnheiten, welche es immer wieder aufs neue gilt zu lösen, da man durch die enorme Beflutung von Medien und Input täglich dazu neigt, sich  extrem schnell die nächste Unart  zur Gewohnheit werden zu lassen.

Was ist gut, was ist Wohlstand, was ist Demokratie und was ist freier Wille oder Freigeist? Ich wage zu behaupten, dass 80% unserer westlichen Erdenbewohner dies nicht mehr zu erklären wissen. Auch wenn es dem ein oder anderen finanziell noch so blendend geht. Wenn das Häuschen, der Garten, das Auto gen Himmel blinkt, dennoch kann ich an vielen Haustüren klingeln, und werde mehr Klage als Freude zu hören bekommen.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Ich wage aus meiner täglichen Erfahrung heraus zu behaupten, dass der Mensch an sich so lange nicht gesund sein möchte, bis er wirklich organisch krank ist. Mittlerweile ist die Psyche einiger Menschen ihr größter Feind.

Egal wie viele Eso Gurus noch aus all den Erdöffnungen krabbeln, ganz egal wie viele Chakras, Speakers, Teachers, Coaches usw. die menschlichen Vulkanöffnungen noch ausspucken. Zu 90% ist es Tarnung und Ablenkung vom wirklichen Thema.

Jeder von uns könnte, wenn er es schaffen würde sich aus der Pharma-/Nahrungs-/Rüstungs-/Wohlstandslobby weitestgehend zu befreien, fast zu 100% gesund und fit alt werden.

Natürlich ist niemand auf dieser Welt vor Schicksalsschlägen gefeit. Darum sich aber täglich Gedanken zu machen, raubt Lebensfreude, da es eh nur bedingt zu beeinflussen ist.

Es gibt keine Garantien, es gibt nur Tendenzen, welche fast immer eintreffen, wenn man bei sich selbst bleibt.

Wie es schon der Titel meines ersten Blogs (Rückevolution der Menschlichkeit) richtig auszudrückt vermag, so bleibe ich auch nach wie vor  bei dieser These. Die Menschlichkeit evolutioniert sich zurück, während die Technik unser Gehirn überrennt.

Machtgeilheit bestimmt das alltägliche Leben, während wir uns selbst zeitgleich einreden wie wundervoll tolerant und weltoffen wir doch sind. Ja das sind wir wirklich und zwar dann wenn wir rein und pur sind. Wenn wir uns morgens nackt vor den Spiegel stellen können und radikal ehrlich zu uns sagen können: “ Ich habe meinen Partner geheiratet, weil ich ihn/sie liebe und nicht weil ich ihn/sie besitze. Wenn beide nach wie vor 2 freie Seelen sind.  Ich habe meine Kinder geboren um sie zu lieben und ihnen ein Vorbild zu sein und nicht um sie zu besitzen, zu formen und zu impfen mit dem was ich selbst will, wollte und nie bekam.  Ich habe ein Haustier, weil ich es liebe und respektiere und nicht weil ich ihm Gehorsam beibringe um Macht auszuüben.“  Unendlich können wir diese Liste fortführen.

Der Tag eines einzelnen Menschen ist mit so viel Input gefüllt, dass es schwer fällt einzelne Informationsstränge zu sortieren und ethisch wie empathisch zuzuordnen. So passiert es, dass immer mehr Menschen Position beziehen. Aber nicht etwa um damit anderen etwas Gutes zu tun, oder einen Beitrag zum friedlichen Zusammensein zu leisten. Nein sie wollen IHRE Meinung, IHRE Einstellung, IHREN Willen, IHR Begehr an den Mann/Frau bringen.

Jeder von uns kennt sie die lästigen Anrufe von Telekommunikationsanbietern. Die penetrante Art von Unternehmen dir etwas verkaufen zu wollen, welches du mit freiem Willen, lieber Familie oder Freunden, oder ein bisschen Allgemeinbildung selbst im Netz erfahren und dann entweder erwerben oder nicht erwerben kannst.

Anstatt immer wieder Wachstum erzeugen zu wollen, sollten wir endlich einmal nur sein wollen und so bleiben wie wir jetzt und hier sind.

Unsere Welt bietet Alternativen in alle Richtungen. Dies ist ein enormer Lebensgewinn. Nur nutzen ihn nur etwa 10 %.

Was entstand in den letzten Jahren, ja schon Jahrzehnten, durch dieses geringe Nutzen von Alternativen? Wer mich bereits als Leser eine Weile verfolgt, weiß um meine tägliche Arbeit. Für die neuen Leser ein kurzer Round up. Ich arbeite hauptsächlich mit Jugendlichen, Schülern, jungen Erwachsenen und ihren Angehörigen im Bereich von ADHS, Erschöpfungsyndrom, Abhängigkeit, Holy 7 Erkrankungen, Schwindel. Zu mir kommen Menschen, welche bereit sind an sich selbst zu arbeiten. Welche bereit sind Hilfe zur Selbsthilfe anzunehmen und welche bereit sind zu glauben, dass sie selbst die stärkste Kraft sind, um zu gesunden. Ich begleite eine Zeit lang um dann loszulassen. Dies ist mir sehr wichtig.

Mein Motto, welches ich gerne vermitteln möchte, ist es, Freigeist zu sein, zu werden und zu bleiben. Momentan ist es ein Hauptteil meines Tuns und Schreibens mit wundervollen Menschen Positives Fühlen, Denken, Reden und Handeln zu trainieren. Der Mensch hat einen Automatismus entwickelt, in welchem es ihm leichter fällt Negatives zu äußern, aus dem Zorn heraus zu agieren oder zu blockieren und zu ignorieren. Es fällt Personen leichter Frust abzulassen als Komplimente zu verteilen.

Beziehung oder Kennenlernen scheitert heutzutage meist daran, dass man Gefühle und Wünsche nicht explizit äußern kann.

Ein sehr oft genutzter Gedanke unserer Zeit „Aus Angst verliebt zu sein oder jemanden zu verlieren, vergrault man ihn/sie lieber gleich zu Beginn.“

Mit Menschen in komplizierten Beziehungen oder sich schon fast am Scheideweg befindlichen Personen trainieren wir Sätze wie:

„Ich liebe dich, weiß aber nicht wie ich damit umgehen soll, dass ich mich dir gegenüber so unsicher fühle und würde es verstehen, dass……“

„Ich liebe dich und wünsche mir mit dir zusammen zu sein, kann aber verstehen, dass du…….“

„Ich möchte dich nicht verlieren, weil du ein sehr wertvoller Mensch bist, kann dennoch verstehen, dass……“

„Ich kann dich verstehen, weil ich momentan sehr feststecke, würde mir aber sehr wünschen, dass…..“

Wenn man diese Sätze liest, spürt man oft diese Unsicherheit in seinem Inneren. Fühlt wie Angst sich breit macht, weil diese Sätze dem gegenüber eine Chance bietet nicht in eigenen Sinne zu antworten. Und gerade diese Sätze sind es aber, welche nötig sind um dem Gegenüber Respekt und Ernsthaftigkeit zu schenken. Sobald man loslässt, wird etwas Schönes bleiben oder etwas Schönes folgen.

Ein weiterer Punkt, welcher einem freigeistigem Leben im Wege stehen kann, ist jener, alles und jede Begegnung zu verkomplizieren. Da ist es an der Zeit, durch gezielte Übungen Knoten im Kopf zu lösen, welche aus eigentlich Einfach kompliziert machen.

Man kennt das bestimmt, oder?

Sätze wie die folgenden gehören zum täglichen Leben.
„Wenn es nur immer so einfach wäre!“

„Wenn es so einfach wäre, wie du sagst, wäre ich schon längst….“

„Du sagst das so einfach, aber….“

Wie oben bereits geschrieben, leben wir in einer Welt voller Perspektiven, Alternativen, Möglichkeiten und Chancen, doch sehen wir meist den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Wir sollten uns die Fragen stellen: “ Wollen wir eigentlich wirklich und aus tiefstem Herzen gesund sein?“ „Wollen wir wirklich ehrlich zu uns selbst sein?“ „Wollen wir wirklich dieses Leben so führen, wie wir es gerade jetzt tun?“ „Wollen wir wirklich etwas ändern, oder lieber jammern, leiden und klagen?“

Ich gebe euch heute ein kleines Beispiel zum schmunzeln.

Immer mehr Menschen beschweren sich über die schnelle Abhandlung, wenn sie zum Arzt gehen. Über die Oberflächlichkeit, mit welcher er uns untersucht. Es wird geklagt, dass man ja den Ärzten nicht mehr vertrauen könnte. Warum ist dies so? Weil wir alle Dr. Google geworden sind. Menschen gehen heutzutage nicht mehr mit Symptomen zum Arzt, sondern meist mit einer bereits auswendig gelernten Diagnose im Gepäck. Und völlig wurscht was der Mediziner verlauten lässt. Man ist zu 1000% von seiner eigenen Feststellung und Recherche überzeugt. Der Mensch hat immer weniger Vertrauen in seinen eigenen Organismus, immer weniger Vertrauen in seine eigenen Gefühle.

ABER geht es darum den behandelten Arzt von seinen eigenen Google Recherchen zu überzeugen, dann hat man definitiv den Glauben schlechthin.

Haben sich vielleicht die ein oder anderen Krankheitsbeschwörer mal überlegt, ob es eventuell daran liegen könnte, dass viele Ärzte einfach keine Lust mehr darauf haben, täglich Gespräche gegen Mauern zu führen. Völlig egal was er so manchem „Patienten“ auch mit auf den Weg gibt, man macht meist eh das, was man sich im Netz ergoogelt oder von anderen Leidenden aufgeschnappt hat. Man kennt ja Gespräche, welche immer so enden, dass der Gesprächspartner genau dasselbe bereits in viel schlimmerer Variante durchlebt hatte.

Ich kann sehr gerne in diesem Fall hier mich selbst als Beispiel angeben.  Mein Doc hat einen Orden verdient. Er lässt sich nämlich überhaupt nicht ein auf all den Diagnosequatsch, welcher ihm entgegen gebracht wird. Er nimmt sich enorm viel Zeit für seine Patienten und erklärt ihnen unermüdlich, dass sie selbst dies und jenes dafür tun müssen um zu gesunden. Nur wenn durchaus berechtigt, verschreibt er Medikamente. Viele hätten schon den Arzt gewechselt, weil er nicht die Wünsche erfüllt, eine Diagnose zu haben. Ich liebe ihn dafür. Er ist radikal ehrlich und das empfinde ich als das Wichtigste.

Ein zweites Phänomen ist dieses everybodies darling Ding. War man bis vor kurzem noch bemüht zu gefallen so ist das andere Extrem nun zum neuen Volkssport mutiert. Nicht nur das Netz, sondern auch wenn man sich auf einen Plausch mit guten alten Bekannten trifft oder dem Nachbarn begegnet, so ist es jetzt cool, wenn man es gelernt hat Menschen zu ignorieren, abzuservieren, aus dem Leben zu verbannen etc., welche schlichtweg nicht denselben Stil haben, oder nicht denselben Autotyp fahren, oder Bergurlaub dem eigenen Strandurlaub vorziehen.  Anstatt sich über die Vielfalt von Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis zu erfreuen, schießt man sie einfach ab. Bitte nicht verwechseln mit dem Loslösen von Energievampiren. Dies ist oft sogar überlebensnotwendig.

Was sind Energievampire? Das sind Menschen, welche sich den ganzen Tag mit Problemen, Kummer, Krankheit, Sorge und Angst beschäftigen und dies damit rechtfertigen, dass sie nun mal so sind und das Recht auf Zuhören und Ernstnehmen hätten. Sie wären so geworden, weil X und Y sie dazu gemacht hätte. NEIN!!!!! Niemand wird zu etwas gemacht über Dauer. Menschen können andere durchaus kurzfristig beeinflussen oder in bestimmte Richtungen schieben. Ob ich aber dort bleibe, das ist allein meine eigene Verantwortung.

Hierfür auch ich selbst als Beispiel. Ich hab bis vor ein paar Jahren auch noch das ein oder andere Gläschen Alkohol getrunken. Aber nicht, weil ich ihn so lecker fand, sondern weil ich mich selbst dazu genötigt fühlte ihn zu konsumieren, damit ich dazugehöre. VÖLLIGER QUATSCH!!!! Ich hab all meine wunderbaren Freunde und Bekannten behalten und sehr viele tolle neue Menschen hinzugewonnen ohne auch nur einen einzigen Schluck zu trinken. Warum nicht? Weil er mir schlichtweg einfach nicht mehr schmeckt und nicht gut tut. Fröhlich, unterhaltsam und witzig bin ich sogar jetzt mehr als zuvor, weil ich einfach fit bin.

Dennoch ist es für mich total ok, dass viele um mich herum Alkohol konsumieren. Es hat sich aber ein witziges Phänomen eingestellt. Plötzlich wird mir erklärt, warum man das ein oder andere Glas Rotwein oder Bier trinkt. Das müsste aber überhaupt nicht sein, da es für mich total legitim ist, solange man es akzeptiert, dass ich es nicht mehr möchte.

Was will ich im Allgemeinen mit all diesen kleinen Beispielen vermitteln? Ich möchte meinen Lesern damit aufzeigen, dass es nichts gibt, was eintrifft, was man vorab befürchtet oder wage vermutet.

Testet man dies in unterschiedlichen Situationen im Leben, wird man schon nach sehr kurzer Zeit keine Befürchtungen mehr haben, weil sie schlichtweg nicht eintreffen. Wenn ich zu jedem Tages u. Abendzeitpunkt bis ich meine Augen schließe bewusst lebe, dann werde ich bereits nach wenigen Wochen ein unheimliches Gefühl der Einfachheit in allem feststellen.

Und ganz egal was jemand im Leben tut, es liegt immer an einem Selbst ob es sich erfüllt oder nicht. Vor kurzem hat bei einem Gespräch mein Gegenüber geäußert, dass es doch totaler Humbug ist, da sie sich jetzt einfach mal so eine Million von ganzem Herzen wünscht, und das geht dann ja auch nicht einfach so in Erfüllung. Da hat sie wohl im Ansatz Recht. Ich hab ihr dann einfach die Frage gestellt, was sie jetzt tun würde, wenn ich ihr einen Weg zeigen würde, bei welchem es auch für sie möglich wäre in relativ kurzer Zeit diese Million wirklich zu besitzen. Da antwortete sie mir wie aus der Pistole geschossen, dass das doch nur ein Beispiel gewesen wäre und sie überhaupt keine Million wolle. Sie wäre ja eigentlich ganz zufrieden.

Wir schwimmen getarnt mit dem Strom still und unauffällig und wundern uns, dass man uns nicht als Papageienfisch erkennt. Strahlend fröhlich und bunt. Wenn wir wirklich glücklich und zufrieden leben wollen, dann müssen wir täglich etwas dafür tun. Wir müssen bewusst und mit uns selbst im Einklang leben. Alles andere ergibt sich wirklich von selbst.

Eine gute alte Bekannte hatte mir vor kurzem erklärt, dass es für sie das wichtigste im Leben wäre ein eigenes Haus zu besitzen, sie aber niemals einen Kredit dafür bekommen würde, da sie zu wenig verdiene und ja alleine wäre. Ich fragte sie, ob sie sich eine Beziehung wünsche. Dies beantwortete sie mit Ja, von Herzen gerne, aber ihre Ansprüche an die Männer wären einfach zu hoch, da sie es gewohnt ist alles allein zu handhaben. Meine Antwort schmeckte ihr so gar nicht. Ich gab ihr nämlich zu bedenken, dass sie überhaupt keine Beziehung möchte, sondern einfach nur nicht mehr als alleinstehend definiert werden möchte.

Ich fragte sie, ob sie sich insgeheim vielleicht wünsche, dass der von ihr gesuchte Partner ein Eigenheim besäße. Ich bekam ein schüchternes Nicken als Antwort.

Spannend würde ich es finden zu wissen, was meine Leser dieser Bekannten als Tipp mit auf den Weg gegeben hätten. Gerne könnt ihr mir Nachrichten über Facebook oder Kommentare unter meinem Blog hinterlassen.

Mit dieser kleinen Anekdote möchte ich meinen heutigen Blog schließen und wünsche euch einen bewussten Tag mit euch selbst und euren Liebsten.

In diesem Sinne

Eure Sue Freund

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Liebe versus Partnerschaft

Wenn Normalität Leidenschaft killt.

Lebt eure Partnerschaft jeden Tag neu und eure Liebe wird euch bis ans Ende begleiten.

Kennt nicht fast ein jeder den Ausspruch: “ Die Liebe meines Lebens.“?

Bei so manchem Menschen war dies durchaus nicht der Lebenspartner/Ehepartner sondern oft sogar nur eine jahrelange Affäre, ein kleines Techtelmechtel, eine kurze Beziehung. Ewig eingebrannt im Meer der Erinnerungen. Warum nicht einfach mal diese Liebe leben?

Die Gesellschaft gibt immer noch den Klassiker vor:

In der Reifephase (zwischen 30 und 60) des Lebens lernt man Menschen anders kennen. Oft entdeckt man etwas völlig neues, nie Dagewesenes. Man fühlt sich bereit, ist erfahren und dennoch neugierig. Und eigentlich möchte man diese so wunderbare, einzigartige Liebe sofort und am besten Gestern mit dem all so erstrebenswerten Beziehungsstatus „VERGEBEN“ oder „IN EINER BEZIEHUNG“ krönen.
Jetzt im Social Media Zeitalter sowieso.

Schon allein der Beziehungsstatus „es ist kompliziert“ zeigt auf, wie weit wir uns von einem wirklichen Gefühl und dessen Auslebung entfernt haben, immer mehr hin zu Symbolik, Präsentation, Darstellung und Oberflächlichkeit.

Die große Sehnsucht nach der perfekten Zweisamkeit lässt viele Menschen meist zu schnell vermuten, dass dies der Mann/die Frau fürs Leben, der Mann/die Frau aller Träume ist. Man malt sich in den buntesten Farben aus, wie man zusammen durchs Leben schreitet, wie harmonisch, romantisch, leidenschaftlich diese Beziehung sein wird. Für einen geraumen Zeitraum wird der Liebeskiller Alltag völlig ausgeblendet und man rast in Windeseile in die vermeintlich perfekte Partnerschaft.

Denkt daran zurück, als ihr euren Partner – oder wenn ihr gerade Single seid – Ex-Partner kennen gelernt hattet. Ward ihr euch damals nicht auch 1000% sicher, dass dies der Mann/die Frau fürs Leben ist, dass euch nur noch der Tod scheiden kann. Mal ganz ehrlich. Ich liege doch richtig, oder?

Was bleibt in vielen Ehen/Partnerschaften/Lebensabschnittsarrangements oft nach Jahren übrig? Sehr oft nur Enttäuschung, Wut, Zorn manchmal sogar Hass. Viele haben sich im Dschungel der Gewohnheit, der Verbundenheit und des gemeinsamen Elternseins verirrt. Und warum? Zu Beginn waren da Erwartungen, und zwar nicht an euch selbst, sondern an den Partner. In den meisten Fällen nicht zu wenige.

Wer viele Erwartungen hat, wird mit Enttäuschung beschenkt.

Nach ein paar Liebesmonaten oder -jahren erwacht man dann aus diesem Traum und die Realität beschenkt den/die Erwarter mit einem Sockenliegenlasser, einem sich nichts merkenden und unaufmerksamer Mann, oder mit einer mit Dutt umher wandelnden, keifenden, unzufriedenen und frustrierten Frau.

Das Erwachen schlägt erbarmungslos zu. Erreicht man diesen Status, trennt man sich, geht fremd, trifft eine neue Entscheidung für die bestehende Beziehung um sie in ein neues Level zu befördern, oder wie in vielen Fällen beginnt man sich gegenseitig nieder zu machen, sich zu demütigen oder zu unterdrücken um von sich selbst abzulenken. Dies ist die Phase wo sich anfängliche Liebe und der Respekt füreinander in Gleichgültigkeit, Frust und Nichtachtung des Partners gegenüber umwandelt. Diese Entwicklung keimt, weil sehr viele die Achtung vor sich selbst, ihrem eigenen Dasein und ihrem eigenen Können und Wissen nie beigebracht bekamen. In den euphorischen Phasen des Lebens, wo Berufe, Lebensziele, Wohnungen, Familien sich in ihrer Entstehung befinden, blendet der Mensch vieles aus. Kommt man dann an, hat alles erreicht, was zu erreichen ist, dann, an diesem Punkt fällt die Hülle und man steht vor sich selbst. Plötzlich erkennt man seinen Partner und sieht ihn/sie meist in einem völlig neuem Licht.

Aus diesen meist sehr unbefriedigenden Beziehungen heraus steigt die Empfänglichkeit für Neues, wo man meist noch höhere Ansprüche (Erwartungen) erhebt, man betitelt sie nur anders.

Frauen wie Männer sind nach gescheiterten Beziehungen meist felsenfest davon überzeugt,

der starke Part,

der Finanzpart,

der aktive Part

in der letzten Partnerschaft gewesen zu sein.

Nun sei es doch mal an der Zeit, dass diesen Part der neue Mann/ die neue Frau an der Seite übernimmt.

Man hätte ja bereits so viel gegeben, wäre so gut gewesen, hätte so sehr geliebt, und wurde doch enttäuscht.

Ja genau! Man wurde ENT-TÄUSCHT!

Man erlebte wörtlich ausgedrückt, das Ende einer Täuschung. Warum also rennen so viele Menschen mit Rasanz in die nächste Bindung? Wiederum mit neuen Erwartungen. Zwar formuliert man jetzt anders, weil man sich stark, selbstbewusst und vor allem in der Position fühlt, der austeilende, der bestimmende Part zu sein.

Wenn ihr mal kurz an eurer Gefühls- und Gedankenoberfläche kratzt. Kommen euch folgende Worte nicht bekannt vor?

„Ich muss mir das nicht mehr gefallen lassen.“

„Ich bin nicht mehr bereit Kompromisse einzugehen, macht „der/die Andere“ doch auch nicht.“

„Ich bin meist im Recht, und geb eh zu viel nach.“

„Das passiert mir nicht mehr.“

„Jetzt bin ich mal dran.“

Usw. usw. usw.

Ich könnte diese Liste locker noch 2 DIN A4 Seiten fortführen.
Mit diesen Sätzen im Gepäck rast man im Vollspeed in die nächste, beide nicht glücklich machende Beziehung, denn anstatt weiser, reifer und entspannter geworden zu sein, sind viele nur härter, kompromissloser, und verletzender, somit auch verletzbarer geworden.

Keine Angst liebe Leser. Falls ihr den Rucksack dieser Sätze bei euch tragt, müsst ihr euch das jetzt nicht eingestehen, und dürft ruhig jetzt mal kurzfristig richtig sauer auf mich sein. So auf die Art:“ Was will die denn jetzt von mir. Ich hab ja wohl lang genug gelitten. Damit ist jetzt Schluss.“

Nein, damit ist eben leider nicht Schluss. Solange ihr so fühlt, werdet ihr sicherlich nicht glücklich und zufrieden sein. Weder als Single noch in einer Partnerschaft. Wenn ihr diese Sätze momentan noch fühlt und glaubt, wenn ihr euch noch in dieser Phase befindet, nenne ich das Geschlechterkampf in der Primetime des Lebens.

Das Gute, es geht vorbei.

Entweder durch Erkenntnis, dann ziemlich zügig, oder von allein, dann dauert es etwas länger.

Kleiner Hinweis zur Lösung: seht euch doch mal die etwas weiter oben beschriebenen Gemütszustände an. Lest sie euch nochmals durch, behaltet sie in eurem Kopf, schließt die Augen, und geht mal von der Gefühlsoberfläche etwas tiefer in euch hinein. Richtung Herz. Und ihr werdet fühlen, dass Wörter wie -kompromisslos -, – hart -, – verletzend-, – verletzen -, – stark-, kein gutes Gefühl erzeugen. Wenn ihr für den nächsten Schritt bereit seid, werdet ihr diese Erkenntnis annehmen können, wenn nicht, benötigt ihr noch ein paar Lebenssituationen und Erfahrungen um es zu spüren und zulassen zu können.

Die Vorstellungen, welche Frauen wie Männer in den neuen Partner projektzieren, entspringen meist dem Phantasiegebilde eines Partnerbestellkatalogs.

Er/Sie muss einfühlsam, ehrlich, treu, humorvoll, hübsch, schlank, klug und vieles, vieles mehr sein. All diese Wünsche sind vollkommen legitim, solange ihr selbst dieselben Eigenschaften in Retoure bietet.

Und hier an dem Punkt wären wir nun bei dem allgegenwärtigen Egoproblem, welches viele in sich tragen.

„Ich will so bleiben wie ich bin, und du darfst mich dafür lieben.“

Sorry, das muss ich jetzt mal so sagen. „BULLGRAB“ !!!

Beispiel gefällig?

Gerne!

– Wenn ich die meiste Zeit meinen Partner nur in einem harschen Ton gegenübertrete, als Frau oft zickig, meist unnahbar, und oft gefrustet, als Mann stets vergesslich, gelangweilt und desinteressiert bin, dann kann ich den Überbody haben, nackt kochen oder putzen und seinen/ihren Fetisch bedienen. Trotz alldem wird er/sie meiner schnell überdrüssig.

Partnerschaft lebt von gegenseitiger Akzeptanz bis zu einem gewissen Grad, von Respekt, Einfühlsamkeit und vor allem von Freundschaft. Die sexuelle Anziehungskraft ist das was uns zusammenbringt, und was man auch stets wie eine Blüte pflegen sollte. Aber nur die Kombination aus beiden, lässt uns zusammen, und dennoch frei für sich selbst, bleiben. Je höher die Ansprüche an den Partner ausfallen, umso geringer ist die Chance eine lange, glückliche und erfüllte Lebenspartnerschaft zu führen. Wenn ich nach Jahren bei mir selbst und meinem Partner immer wieder Neues entdecken kann, wenn beide die Freiheit besitzen sich entwickeln und auch immer wieder verändern zu können, dann ist dies der Humus für immer wieder neue schöne Blüten im gleichen Beet.

Jeder Mensch trägt situationsbezogenes Verständnis, Einfühlungsvermögen, Beschützer-Instinkt, Hilfsbereitschaft, Instinkt für Geborgenheitsbedürfnis, Sexappeal, sowie auch Liebenswürdigkeit in sich. Aber das alles sind keine Grundeinstellungen, welche auf Abruf und Bedürfnis des Partners bereit stehen. All diese Eigenschaften erfordern ein gewisses Gegenverhalten, denn der liebevollste und verständnisvollste Mensch wird irgendwann zum wilden Tier, wenn sein Gegenüber stets in der Erwartungshaltung verharrt, und fordert, fordert, fordert. Meist sind es ja keine Forderungen sondern die allseits beliebten „Wünsche“.

Hat der Fordernde jemals darüber nachgedacht, dass auch sein Gegenüber „Wünsche“ hegt, welche er sich nicht zu äußern getraut, da er stets mit „Erfüllen müssen“ beschäftigt ist.

Ihr kennt das vielleicht schon aus dem ein oder anderen Buch:

wenn man auf Partnersuche geht, sucht man meist in dem potentiellen Mann/Frau das, was man selbst nicht hat, und denkt damit seinen Mangel auszugleichen. Doch zwei Menschen mit Mangelzuständen erzeugen kein Ganzes, sondern lediglich oder leider einen doppelten Mangelzustand.

Aus diesem Grund ist es ratsam zu allererst sich selbst lieben und wertschätzen zu lernen, bevor man sich in eine neue Beziehung aus Mangelzustand stürzt. Bitte verwechselt auch hier sich selbst lieben nicht mit sich selbst abschirmen, abheben, und sich wehren.

Für alle Menschen da draußen, welche sich gerade in der Phase ihres Lebens befinden, in welcher sie offen sind neues kennen zu lernen, in welcher sie gerade zu sich selbst finden. Vielleicht bannt sich gerade etwas an, oder ihr seid momentan mittendrin im Kennenlernen und abwägen.

Zerstört gerade diese besonders wertvolle Phase nicht, indem ihr euch von diesem vielleicht undurchschaubaren, mystischen, geheimnisvollen Menschen eine Beziehung wünscht. Keiner kann euch garantieren, dass es dann immer noch dieses Prickeln, Schmetterlinge im Bauch Gefühl beinhaltet. Lasst euch treiben, immer mit dem sicheren Gefühl, euch selbst zu haben, euch selbst treu zu sein.

Lasst Dinge geschehen, und folgt eurem Herzen, ohne dem Verstand zu viel abzufordern. Oft lässt man durch zu viel grübeln, abwägen und nachdenken ein Problem entstehen, welches anfangs gar nicht existierte.

Oft werde ich von Freunden, Bekannten und Nachbarn sowie Lesern gefragt: „Soll ich es ihm/ihr sagen, wie ich empfinde? Ich habe Angst vor einem Korb, vor Ablehnung etc.“

Solange ihr so denkt, lehnt ihr euch selbst ab. Wenn man sich selbst gegenüber gut gesonnen ist, dann fällt es einem leicht Gefühle zu offenbaren, egal wie er/sie darauf reagieren könnte.

Du kannst nur gewinnen!

Wenn du einen „Korb“ bekommst. Nimm diesen und füll ihn mit neuen Dingen. Bedanke dich für die Ehrlichkeit, und auf zu neuen Ufern.
Das Leben ist viel zu schön, spannend und voll von Geheimnissen, als sich mit Geschehnissen auseinander zu setzen, welche dann just in diesem Moment bereits Historie sind. Reagiert er/sie positiv und erwidert deine Empfindungen, finde heraus was sich entwickelt, ganz ohne Erwartungen. Bleib dabei immer nahe bei dir selbst. Du bist ein wunderbarer Mensch.

Ich lerne täglich so viel Neues über Menschen. All diese Facetten, all diese kleinen Punkte, welche sich im Laufe eines Lebens entwickeln, neu entstehen oder wieder kommen. Nichts ist Stillstand. Alles ist Wandel. Unsere Zeit schenkt uns immer die Freiheit täglich neu entscheiden zu dürfen, ob man Neues entdecken möchte oder an Altem festhalten möchte. Am schönsten ist es mit Altem zusammen Neues zu entdecken. Das habe ich aber nur für mich persönlich entschieden. All die vielen anderen Lebensmuster sind ebenso spannend wie schön. Wichtig bei all dem Partnerschafts-/Lebensabschnitts-/Beziehungs-/Affärenkarussells ist, dass man in Priorität darauf achten sollte niemanden dabei weh zu tun. Passt auf euch auf und vor allem auf die Menschen, mit welchen ihr Seite an Seite durchs Leben geht.

Eure Sue Freund