Alles beginnt im Kopf

Seit ich denken kann kämpfe ich mit meinem Gewicht. Als Kind lange Zeit unter dem Normalgewicht, dann in der Pubertät rasant zugenommen. Bis zur ersten Schwangerschaft immer so Mittelmaß und dann ging es nach der Stillzeit in die erste Phase des Abnehmens, was auch gut geklappt hatte. Dann nach der zweiten Schwangerschaft während der Stillzeit und durch Hormonspritze ging es nur noch in Richtung Gewichtszunahme. Dann kam 2016, worauf ich nicht näher eingehen möchte, da dieses spezielle Jahr ausführlich in einem Blogbeitrag von mir beschrieben wurde.

Ich konnte mein damals erreichtes Gewicht und Lebensgefühl bis 2018 halten. Erst durch meine sehr intensive Aktivität im Ehrenamt eines Vereins verlor ich mich selbst wieder aus den Augen. Es folgte eine sehr schlechte Ernährung, viel Alkohol und Stress im Kopf. Auch wenn dann im Mai 2019 mein erster Durchbruch in Bezug auf Stopp bei Aufopferung stattfand, konnte ich den Schaden, welchen ich meinem Körper im Jahr zuvor zugefügt hatte nicht mehr reparieren. Zeitgleich war ich auf der Suche nach meiner beruflichen Identität.

Meine Kinder, Familie, Ehe. Alles am Peak von Aufwand versus zufriedenstellendes Ergebnis angekommen. Man gab viel aber bekam wenig zurück. (Mein dummes Denken, wie ich heute weiß. Denn du solltest NIEMALS etwas geben, wenn du etwas in Return möchtest. Da ist immer Enttäuschung vorprogrammiert. Gib nur dann, wenn du es möchtest ohne Erwartung).

2020 trat ich meine neue Stelle an. Nahm endgültig Abschied von der Selbstständigkeit in alle Richtungen. Ich formatierte mich mal wieder neu. Leider rutschte ich auch in dieser neuen Verwirklichung in die selbe Falle, in welche ich immer trat, wenn es darum ging mein Leben in einem neuen Rahmen zu strukturieren. Dann kam 2021 der Eingriff im Klinikum mit für mich kurzzeitig schweren Folgen. Aber Gott sei dank trug dies auch dazu bei, dass ich begann mich selbst mehr wertschätzen zu lernen. Mit meinem neu hinzugekommenen Betätigungsfeld und dem Ehrenamt rutschte ich dennoch abermals in das nächste Abhängigkeitsverhältnis.

Zumindest sah ich das zum damaligen Zeitpunkt vor 3 Jahren so. Mein ganzes Leben war immer und immer wieder davon geprägt mich fremdbestimmt zu fühlen. Egal wer was zu mir sagte, ich nahm es an. Ich ließ mir die Welt erklären und zwar von jedem einzelnen Menschen, welcher mit mir in Kontakt trat und gleichzeitig spürte ich von Monat zu Monat mehr, dass dies aber so gar nichts mit meiner Welt, meinem Gefühl, meinem Empfinden und meinem Leben zu tun hatte.

Ich übernahm jede Regel, jede Einstellung und verlor dabei schleichend mehr und mehr meine eigene. Ich verlor wieder einmal den Bezug zu mir, definierte mich über alles nur nicht über mein eigenes ICH. Der Umkehr Prozess startete erst, als ich feststellen musste, dass es wieder einmal meine „Familie“ war, welche meinen ganzen Einsatz forderte und zeitgleich war mir aber bereits klar, dass dies ein Einsatz ohne Wiederkehr werden würde. Es war ein erneut befreiendes Gefühl endlich keine Angst mehr zu haben, Menschen zu verlieren, welche eh nie für mich da sein könnten, sollten, müssten, weil unsere Gefühle, unsere Lebensziele, unsere Bedürfnisse überhaupt keine Berührungspunkte aufweisen. Dieser Entschluss den Kontakt zu allen Mitgliedern dieser Urfamilie (bis auf meinen Neffen, welcher für mich eines der liebsten und herzlichsten Menschen dieser Welt ist) abzubrechen, schoss mich katapultartig in ein neues Denken und zwar mir selbst und vielen Familiensystemen gegenüber. Zu beruflichen Zwecken las ich viel über dysfunktionale und toxische Familiensysteme. Immer mehr fand ich mich darin wieder. Warum sich viele nicht aus ungesunden Familienverhältnissen lösen können, kann ich nur für mich selbst beantworten.

Punkt 1 ist die Hoffnung, dass es doch noch irgendwann besser wird.

Punkt 2 sind die eigenen Vorstellungen, welche man dann auf die Familie projiziert

Punkt 3 sind ganz banale Themen wie, wie z. B dass man ja was erbt, dass man ja irgendwie blutsverwandt ist und was passiert, wenn man von dieser Erde geht und sich nicht vorher vertragen hat.

Zu Punkt 1 kann ich mittlerweile sehr klar und sachlich sagen, dass gar nichts besser werden kann, weil alles gut ist, so wie es ist, aber eben nur nicht in Kombination miteinander. Unser Weltbild ist ein völlig anderes. Wir würden immer in unterschiedlichen Sprachen weiterhin miteinander kommunizieren.

Zu Punkt 2 ist mir mittlerweile völlig klar geworden, dass ich und meine Familie niemals meiner Vorstellung entsprechend Zeit miteinander verbringen werden, denn alles was es jemals an Zusammenkunft bei uns gab, hing immer mit ungesundem Essen und Alkohol zusammen.

Und nein ich kann mich nicht einfach mal zusammenreißen. Warum nicht? Weil ich der Meinung bin, dass die ungesund Lebenden sich mal lernen sollten zu kontrollieren. Ist euch nicht schon mal aufgefallen, dass es immer die Menschen sind, welche an sich arbeiten, welche sich bemühen ihr Leben zu verbessern. Die, welche Gefühle leben und äußern, diejenigen sind, welche sich zurücknehmen sollen, um es den Patriarchen, den Dominanten, den Älteren und den Stärkeren Recht zu machen.

Kennt ihr nicht alle Aussagen wie: “ Es sind doch deine Eltern, da kannst du dich doch mal zusammenreißen, wenn du ab und zu mal da hingehst zum essen.“ Oder: “ Du änderst die doch eh nicht mehr. Dann macht man das halt mal des lieben Friedens Willen.“ NEIN. Viel früher müsste man STOPP sagen, wenn man das Gefühl hat, man ist auf einem guten Weg ein gesundes Leben zu führen und wird durch gesellschaftliche „Verpflichtungen“ immer wieder „genötigt“ diesen Pfad zu verlassen.

Hätten meine Eltern, mein Bruder, meine Tante jemals wirklich etwas gutes an mir gesehen, dann hätten sie niemals, während sie Alkohol, Torte, Braten und Co auf den Tisch plaziert hätten mir die immer wiederkehrende Frage gestellt :“ Ob ich wohl ab- oder zugenommen hätte.“ Manchmal hatte ich 2 kg mehr drauf, und bekam die Frage gestellt: “ Wann hast du denn so schön abgenommen?“ Merkbar oberflächlich und nie wirklich auf mich schauend, musste ich immer und immer wieder der Gewichtsthematik stellen, wenn ich meine Familie oder Verwandte traf. Armselig und traurig, dass es keine anderen Inhalte gab, welche es wert gewesen wären mit mir zu kommunizieren.

Unsere Zusammenkünfte fanden auch oft in Wirtshäusern statt. Man bestellte, aß und zack war das Treffen auch wieder zu Ende. Immer konzentriert auf die Nahrungsaufnahme und der Gesprächsstoff drum herum. Man überlegte laut, ob man heute mal Sauerbraten, das Schäufele oder den Haxn bestellen würde. Man philosophierte darüber, ob es in der gerade besuchten Gaststätte 1 oder 2 Klöße dazu geben würde und wie groß diese wären. Der Beilagensalat wurde meist verschmäht mit der Behauptung, dass man dann ja schon satt wäre und den Hauptgang nicht schaffen würde. Wenn der Herr des Hauses spendabel aufgelegt war, gab es auch noch Dessert.

So konditionierte man sich aus der Kindheit heraus in das Erwachsenenalter hinein übertragend auf die eigenen Kinder, dass Familie dann stattfand, wenn etwas zu Essen (zu 95% ungesunde Nahrungsmittel) und Alkohol dabei war. Warum gab es nie Treffen, wo die Mutter sich mal überlegte etwas gesundes und vitaminreiches zu kochen, wenn sie mir schon immer die Gewichtsfrage stellen wollte? Nein, das Gegenteil war der Fall. Es wurde verständnislos reagiert, wenn ich erwähnte, dass ich nicht zur nächsten Feier kommen möchte, weil es mir danach immer schlecht ging.

Zu Punkt 3 hatte ich lange ein sehr gespaltenes Verhältnis. Mein Vater tätigte vor vielen Jahrzehnten (ich glaub ich war so 25) mal eine sehr skurrile Aussage mir gegenüber. Er meinte, dass wenn ich mich mit ihm gutstellen würde es mir später finanziell mal nicht schlecht gehen würde. Dieses Gut stellen gelang mir über die Jahre mal besser und mal schlechter. In meiner Naivität und Unwissenheit glaubte ich wirklich daran. Bis ich zunehmend mehr Wissen und Weisheit erlangte. Da wurde mir schlagartig klar, dass ein Mensch, welcher einem nicht einmal zum Geburtstag gratuliert, geschweige dem mit einem feiert, niemals auch nur annährend dazu in der Lage wäre einem etwas zu schenken. Mit weiterer erlangter Weisheit und Reife wurde mir dann klar, dass ich das auch überhaupt nicht mehr wollte und brauchte. Ich konnte mittlerweile ganz gut für mich selbst sorgen.

Der letzte Aspekt von Punkt 3 wurde mir von meiner Mutter eingepflanzt. Sie beschäftigte sich schon immer mehr mit dem Tod als mit dem Leben und es ging immer wieder darum, dass alle Kinder und so weiter Abschied nehmen müssten, damit der im sterben liegende Mensch auch gehen kann. Damit hatte sich mich auch enorm unter Druck gesetzt, als die Mutter meines Vaters in diesem Prozess war. Ich habe mich nur sehr schwer dem widersetzen können und habe damals einen Brief geschrieben und ihr mitgegeben.

Jetzt im Hier und Jetzt denke ich mit einem über meinen Rücken laufenden Schauer zurück an all die Drucksituationen, in welche ich gebracht wurde um das zu tun, was in ihren Augen richtig war. Meine Seele ist mittlerweile nahezu vollständig geheilt. Ich lebe in Liebe und guten Gefühl. Ich befinde mich bereits auf der Hauptstraße Richtung Ozean, wo die totale Freiheit im Kopf und im Herz auf mich wartet.

In den letzten Monaten waren es nicht mehr meine Kernfamilie sondern andere wichtige Personen in meinem Leben, welche es bestimmt nicht böse meinend, versucht haben mir ihre Welt des Essens zu erklären. Da kamen Sätze wie:“ Wenn du dich den ganzen Tag mit Essen beschäftigst ist das nicht gut.“

oder:“ Von einem Leberkäsebrötchen wird man nicht gleich dick.“ Oder auch ganz oft vermittelt bekommen habe ich: „Hier ein paar Pralinen für besondere Stunden.“

Das ist alles bestimmt nur gut gemeint und ich bin da auch niemandem böse, denn nur du selbst weißt wie es in dir aussieht und nur du selbst kannst deinen Kopf neu programmieren. Dein Gegenüber spürt dich nicht. Es spürt nur seine eigene Wahrnehmung und projiziert diese auf dich. Besonders beliebt sind auch Sätze wie: „Du musst 3x am Tag was essen, sonst bringt das alles nichts.“ Oder auch gerne benutzt: „Diäten haben nur Jo Jo Effekte.“

Eine Essthematik im Leben ist eine Störung, welche einem das ganze Leben begleiten wird. Da kann man nicht mit Diäten, Sport etc. kurzfristig Abhilfe verschaffen. Man kann nur lernen mit ihr zu leben, sie anzunehmen und sich selbst sehr liebevoll zu behandeln, indem man auf sich schaut und auf nichts sonst. Bewusstsein im Umgang mit Nahrungsmittel und Achtsamkeit für das eigene Handeln. TAG für TAG immer wieder aufs Neue. Fatal ist der kleine Teufel im Kopf, welcher dann nach ein paar Tagen, in welchen man sich super gut fühlt, anklopft und sagt: „Na siehst du geht doch. Wenn du dich mal wieder verloren hast, weißt du ja wie du wieder hierhin kommst.“ Und genau das macht der Körper irgendwann nicht mehr mit. Irgendwann ist der Körper so in Mitleidenschaft gezogen, dass er einige seiner Funktionen einstellt.

An diesem Punkt möchte ich nicht landen. Ich möchte gerne noch ein paar Jahre meines Lebens bewusst und so gesund als möglich verbringen und dies geht nicht ohne es mir selbst wert zu sein. So bin ich nun auf meinem Weg zum Ozean auf eine Straße eingebogen, welche einen schönen Flüsterasphalt aufweist. Auf dem lässt es sich nun gut fahren. Übersetzt möchte ich damit sagen, ich bin jetzt endlich lieb zu mir selbst, sanft und einfühlsam.

Niemand, welcher nicht einmal in seinem Leben mit Essthematiken zu tun hatte wird dies fühlen können. Jetzt weiß ich aber etwas, dass mir niemand mehr ausreden kann. Es gibt KEINE über- oder untergewichtig gesunden Menschen. Eine einfache logische Schlussfolgerung aus der Anatomie des Körpers heraus. Deshalb muss Stigmatisierung ein Ende haben. Niemand nimmt einen Gast ernst und zeigt ihm Respekt, wenn er ihn zu Schnitzel, Bratwurst und Co einlädt und das als verdientes Genussgefühl verkauft. Gemeinschaft loskoppeln von fettigen und süßen Speisen würde vielen Menschen wieder mehr Lebensqualität schenken. Man kann sich auch mal mit einer Decke im Park treffen und anstatt Nudelsalat und Co, gesundes Gemüse, Dips und Wasser dabei genießen. Ja Wasser kann purer Genuss sein, wenn man sich klar macht, dass da etwas sehr reines und klares die Kehle hinunterfließt.

Klar und rein so soll mein Foodboard sein. Edel wie eine Rose soll meine Selbstfürsorge sein.

Eure Sue Freund

Feiernde Menschen in Parks, der Untergang der Menschheit, oder war da noch was 😉

da platzt einem ja die Hutschnur…………………………………. Redewendung und die dafür nötige Erklärung von Frag doch mal die Maus…… (Eine Hutschnur ist ein Band rund um einen Hut, zwischen Kopfteil und Krempe. Heutzutage soll eine Hutschnur einfach nur schön aussehen. Aber früher hat sie den Hut zusammengehalten. Im Mittelalter hat man sie auch als Maßeinheit genutzt. Man hat mit der Hutschnur gemessen, wie viel Wasser aus einer Wasserleitung herauskam. Da durfte der Wasserstrahl nicht dicker als eine Hutschnur sein. Damit die Leute nicht zu viel Wasser abgezwackt haben. Einige sollen dann gesagt haben: Das geht mir über die Hutschnur. Also: Das ist mehr als erlaubt. Daher könnte die Redewendung kommen. Das hat sich dann mit dem Spruch „Da platzt mir der Kragen“ vermischt. Denn es gibt auch eine Hutschnur, die unter dem Kinn verläuft, um den Hut am Kopf zu halten, damit der nicht runterfällt. Und wenn man sauer wird, dann platzt nicht nur der Kragen, sondern auch die Hutschnur).

Eigentlich fehlt mir ja momentan komplett die Muse, um mal wieder einen Blog zu verfassen. A), weil ich zunehmend weniger in den sozialen Medien aktiv unterwegs bin und B), weil sich wirklich dieses Gesellschaftsthema momentan sowas von komplex gestaltet, dass es einfach zu gefährlich ist da einzelne Standpunkte und Meinungen in einen Pott zu schmeißen.

Aus gegebenem Anlass tue ich es nun doch, denn mir platzt da jetzt die Hutschnur, und zwar gewaltig und nachhaltig. Ich bin knapp nach den Babyboomern geboren. Was so viel heißt, als dass es jede Menge meiner Sorte Alter hier bei uns im Ländle gibt. Und dies bedeutet wiederum ne Menge Unruhe, Zedern, Schimpfen, Meckern, Fluchen, Zornen, Wüten usw. Ja natürlich gibt es unter uns auch jede Menge fröhliche und positive Erdlinge und ja natürlich darf man seine Meinung äußern und auch mal schimpfen. Aber diese Selbstbeweihräucherung mit einer anschließend für den Übeltäter erhofften Prügelkonsequenz wie in früheren Zeiten, welche man sich ins hier und jetzt wünscht, geht nun eindeutig zu weit.

Was ist schief gelaufen in unserer Entwicklung? Haben wir nicht schon genügend Verwüstung und Umweltschäden angerichtet? Anstatt uns voll und ganz auf Schadensbegrenzung zu konzentrieren, wüten wir in alter Alfred Tetzlaff Manier durch die sozialen Netzwerke, Supermärkte, Kaffeekränzchen, Grillorgien und Wein/Bierfeste dieses Landes. Mehr als man an Anzahl verkraften kann, wünschen sich die Prügelstrafe zurück, behaupten, dass mit Schlägen als Konsequenz so manches nicht geschehen würde. Würde ich nicht selbst in diese Generation zählen, würde ich die Betreiber von Plattformern darum bieten, den 50/60 Plus Usern den Zugang zu verweigern.

Irgendwas passt da bei der Zählung nicht, denn all diese netten Mitmenschen vergessen, dass auch sie Nachkommen gezeugt haben, welche jetzt durch die Parks „wüten“. Ach ich vergaß, das sind ja immer die der anderen und nie die eigenen, oder wenn es dann doch so wäre, würde man wieder auf Altbewährtes zurückgreifen und ihnen die Hosenbeine langziehen (eine etwas dezentere Umschreibung für Prügel). Sind wirklich viele so verbittert? JA sind sie. Sie gehören einer bestimmten Spezies an. Der Spezies „In meinem Haus kann man vom Boden essen – hier wird gegessen was auf den Tisch kommt – das war schon immer so und wird so bleiben – solange du die Füße unter meinem Tisch stellst – „

Das daraus resultierende Resultat sind NICHT wie vermutet nur die feiernden jungen Menschen in den Parks, weil Dank Corona alles andere nahezu geschlossen ist, sondern das daraus resultierende Ergebnis sind auch all die unsicheren Personen in Jobs wie Polizei, Feuerwehr, Pflege, etc.. All jene, welche für Recht und Ordnung zuständig sind, aber nicht das Selbstbewusstsein dafür mit auf den Weg bekommen haben, statt dessen immer nur Druck, Angst und Gehorsam.

War und ist es doch immer nur wichtig beim nächsten Campingurlaub, der ungeliebten Familienfeier, dem Treffen mit den alten Klassenkameraden damit prahlen zu können, was aus den Kindern „Schönes“ geworden ist. Ja ich bediene Klischees, weil das mein Schreibstil ist und alle meine Leser wissen, dass selbstverständlich eine Medaille immer zwei Seiten hat, und es somit natürlich auch fantastische, empathische und positive, sowie fröhliche Camper, Familienfeten und Klassentreffen gibt. Diese Sparte Hobbykriminologen, -polizisten, -richter, -detektive fragt nicht ernsthaft, ob jemand glücklich und zufrieden ist, ob es ihm/ihr wirklich gut geht und hört sich dann auch ohne böse Nebengedanken deren Antwort an. Diese Generation will Fakten, und nichts als Fakten, denn bereits seit dem Babyalter des Enkelkindes wird der Sohn und die Tochter geprüft und verhört und das in feiner Stasimanier.

Viele beschweren sich, warum sich die Nachkommen so selten melden. Einfache Schlussfolgerung. Trefft ihr euch gern mit Freunden, welche euch stets und ständig ausfragen, um dann eure Antworten zu kritisieren, anzuzweifeln und/oder zu belächeln.

Was hat dieser ganze Blog nun mit den verunstalteten Parks zu tun? Enorm viel. Denn mal ganz ehrlich. Ist es wirklich so untragbar? So schlimm? So verheerend? Nein ist es definitiv nicht.

Meine lieben Leser, wir leben in einer wirklich sehr krassen Zeitspanne, in welcher in 5 Jahren ganz andere Situationen auftreten werden, da wünschen wir uns dann die Flaschen und Scherben in den Parks zurück.

Bereits jetzt brennt der Wald (im wahrsten Sinne des Wortes), wir haben gerade eine der schlimmsten Flutkatastrophen erlebt und dort sind seit 4 Wochen nun weit mehr als 10000 vor allem auch junge Menschen in ihrer Freizeit unterwegs um unter enorm belastenden Umständen Leichenteile, Schlamm, Gifte, Dreck, gefährliche Sperrmüllteile und, und, und ehrenamtlich zu beseitigen. Junge Menschen gehen auf die Straße (immer mit der Gefahr vereint, von der Babyboomergeneration beschimpft, belächelt und sogar bedroht zu werden). Junge Menschen kämpfen einen nahezu aussichtlosen Kampf (da der Wahlanteil sehr gering ist. 2/3 der Wähler sind unsere Generation Plus) eine zukunftsweisende Politik auf den Weg zu bringen. Junge Menschen sind einem enormen Geschwindigkeitsrausch, sowie extrem hohem Verkehrsaufkommen auf den Straßen ausgesetzt, welcher nicht einmal im Ansatz mit dem zu vergleichen ist, welchem wir ausgesetzt waren (siehe all die vielen jungen Unfalltoten). Junge Menschen erleben eine enorme Flut von täglichem Dateninput durch unser digitales Zeitalter. Sie stehen durchweg transparent im Fokus, da Smartphones mit 5fach Zoomkameras allgegenwärtig sind.

Und was tut ein Teil von uns (leider ein in meinen Augen viel zu großer)? Wir sind es, welche meist die Kameras zücken (Gaffer bei Unfällen, Nachbarschaftsspionage, und vieles mehr). Wir prangern an, aber laufen dann weg, wenn es darum geht uns mit den jungen Menschen zu konfrontieren, und zwar mit diplomatischen und empathischen Lösungen.

Ich schäme mich wirklich ernsthaft für all diese in meinen Augen schlimmen Kommentare in den sozialen Medien, für all die Bemerkungen in den Gängen der Supermärkte, auf Festen und in der Nachbarschaft. Zu oft sind sie generationenfeindlich, rassistisch, diskriminierend und sexistisch geprägt.

Wir haben in unseren Kliniken immer mehr junge Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen als Folge von Überlastung, Gesellschaftsdruck und familiären Ansprüchen. Alles muss nach wie vor immer schneller, besser, lauter, größer und stärker sein.

Selbstverständlich findet bereits ein Umdenken in manchen Punkten statt. Dieses Umdenken ist aber viel zu zaghaft, die Veränderung viel zu langsam, und die Stimmen jener viel zu leise. Momentan regieren die Lauten, die Brüller, die Polarisierer, die Ankläger und Klugredner. Raum für empathisches und höfliches Kommunizieren ist nur in geringen Maßen vorhanden. Das muss sich ändern, denn nur dann werden katholische Geistliche aufhören junge Menschen zu misshandeln, nur dann werden Erwachsene aufhören Billigfleisch schön zu reden, nur dann werden Menschen aufhören andere zu verprügeln und dies auch noch zu rechtfertigen. Nur dann wird die Gier des Einzelnen kein Ziel und kein Privileg mehr sein, sondern das Handeln, Denken und Fühlen im Sinne einer Zukunft für unsere Mutter Erde und unsere Kinder. Die Kinder unserer Kinder.

Warum ich mich da ran wage dies zu schreiben? Weil ich mich selbst zu den leisen, zaghaften, vorsichtigen, empathischen und diplomatischen Menschen zähle, welche immer zuerst einmal sich selbst reflektieren, bevor sie mit der Vorschlaghammermethode auf ihre Kinder, Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn eindonnern.

Ich empfinde diese mit Smartphone bewaffneten, selbsternannten Spionagebürger als weitaus gefährlicher als so manche Scherbe in öffentlichen Parks – ja natürlich weiß ich, dass Scherben für spielende Kinder extrem gefährlich sind, denn auch zu unserer Zeit lagen schon Scherben in den Sandkästen, wenn wir diese betraten – und bei uns war nicht Mami und/oder Papi im Schlepptau, welche mit Sonden den Sand durchkämmten. Wir sind zu Zeiten von Christiane F. groß geworden, als Heroinspritzen auch hier im beschaulichen Bayreuth Fundstücke waren, welche wir uns gerne erspart hätten zu entdecken. Wir haben sie aufgehoben und in den Müll geschmissen, ohne richterlichen Beschluss. Auch bei uns war das ein oder andere Restgetränk in Flaschen in den Mülleimern aufzufinden. Ich könnte hier seitenlange Berichte über Zustände in Parks, Innenstädten usw. aufführen. Nichts würde auch nur im Ansatz das gutstellen, was momentan in unserer Gesellschaft von seitens der „Erwachsenen“ gegenüber den jungen Menschen an der Tagesordnung ist.

Schließe ich mich da aus. Nein selbstverständlich nicht. Auch ich habe enorm viele Fehler gemacht. Aber was ich guten Gewissens tue, ist meine Denkweise zu reflektieren, meine Worte gut zu wählen und immer beide Seiten zu betrachten. Und krass wichtig, ich versuche die Fehler abzustellen und sie nicht zu wiederholen.

Ich kann euch da gerne Beispiele nennen. In meinem Unternehmen, in dem ich tätig bin, haben wir auch sehr viel mit jungen Menschen zu tun und ja es ist eine andere Generation aber definitiv keine Schlechtere, sondern eher eine, welche unsere Stärke, welche wir uns antrainiert haben, benötigt, da sie sie oft nicht mit auf den Weg bekommen hat. Stärke in Form von Geduld, Verständnis, Einfühlungsvermögen und den Willen das Gespräch und die Lösung zu suchen. Ja es ist so, dass man jungen Menschen der jetzigen Generation oft während des Laufens die Schuhe besohlen kann. Warum dieser Ausspruch, weil er bei uns im Betrieb oft genutzt wird. Meist erwidere ich dann, dass dies doch eher für sie spricht, denn es reicht doch, wenn wir, welche eine ganze Kindheit und Jugend lang auf Leistung und Strebsamkeit gepolt wurden, Stress und Hektik verbreiten. Wir wissen doch eh zuerst mal alles besser, da ist es doch ganz gut, wenn sie Ruhe bewahren. Nein jetzt mal Spaß beiseite. All jene, welche in die Berufe einsteigen, lassen sich auch meist unkompliziert abholen, und nehmen freundliche und fachlich fundierte Einweisungen und Erklärungen gut auf. Wir müssen es nur endlich wirklich wollen, dann klappt das auch sehr gut.

Hier bei uns in dem beschaulichen Städtchen Bayreuth kann man doch vieles noch bewirken, was in großen Metropolen bereits jetzt nicht mehr möglich ist, weil die Gräben zwischen den Generationen bereits viel zu tief sind. Versucht es doch mal auf die nette Art und Weise.

Wenn ihr z. B. nächstes Wochenende Samstag so gegen 23 Uhr mit euren Hunden in den Hofgarten und in die Wilhelminenaue Gassi geht. Packt euch einen Rucksack auf den Rücken, und bietet doch den jungen Menschen an ein paar leere Flaschen bereits mitzunehmen, anstatt wie die Geier darauf zu lauern, ein Vergehen zu entdecken, welches man dann gleich wenige Minuten später im Netz oder am Telefon breittreten kann. Ich hoffe ihr nehmt es nicht ausschließlich wörtlich und wisst was ich euch mit dieser kleinen Anekdote zu verstehen geben will.

Ich selbst lebe in einer extrem heiklen Nachbarschaftssituation, in welcher es enorm viel Diplomatie benötigt, um dort friedlich leben zu können. Würde ich all die Bilder, welche über die Jahre geknipst wurden, einsammeln und veröffentlichen, wäre ich morgen bei Stern TV. Wem wäre damit geholfen außer dem Sender, der damit Kohle verdient? Niemandem!!! Wir alle sind Menschen und ich bin aus Erfahrung davon überzeugt, dass es IMMER eine Lösung gibt, mit der alle Beteiligten leben können.

Und noch eins zum Schluss: bitte lass doch eure Moralkeulen stecken. Ebenfalls eure „ich wollte doch nur hinweisen auf……“ .

Erinnert euch auch bei diesem Denkanstoß an eure eigene Pubertät und frühen Zwanziger zurück. Hat nicht auch bei euch vieles von dem was von Erwachsenen kam, genau das Gegenteil bewirkt. So denkt daran, umso öfter ihr all diese „bösen“ Fotos von Hinterlassenschaften nach Partys veröffentlicht, je mehr Anreiz gebt ihr dazu diese zu wiederholen. Es sind doch auch eure Nachkommen, Bekannten und Verwandten, welche als Polizei an den Wochenenden Streife gehen. Sie werden schon ermessen können, was zu viel und was noch im Rahmen des Möglichen ist.

Genießt euer Leben, denn es ist verdammt kurz.

Wir haben Corona,

wir haben die Erderwärmung,

wir haben Artensterben,

wir haben immer mehr Populisten und diktatorische Machthaber auf der Welt.

Wir haben Hungersnöte

Wir haben Naturkatastrophen,

Hitze u. Dürreperioden,

Waldbrände, Flutkatastrophen

Kriege,

enorm viele Folgeerkrankungen des Wohlstands.

Das sind die Punkte, um welche es gilt sich Sorgen zu machen und Lösungen zu erarbeiten. Lasst doch die jungen Leute feiern und bringt lieber euer eigenes Müllproblem zunehmend besser in den Griff. Denn ich glaube fest an die Vorbildfunktion. Was ihr euren Kindern und Enkelkindern vorlebt, dass bleibt auch im großen Maße hängen.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein entspanntes und friedliches Wochenende.

Wenn der Mensch sich hinter dem Tier versteckt…..

Wenn der Mensch sich hinter dem Tier versteckt….

Gleich vorab in meinem ersten Satz möchte ich mich von jeglichem fanatischen, fundamentalistischen und radikalen Denkweisen abwenden. Ganz egal ob es sich dabei um Religion, Politik, Nahrung, Medizin etc. handelt. Was ich mit diesem Blog beschreiben und anstoßen möchte? Dass die eigenen Ansichten selten die der ganzen Realität und Wahrheit des kompletten Universums entsprechen.

Was einem jeden Einzelnen klar sein sollte, ist, dass wir Menschen unseren Planeten krass malträtieren, dass wir ihm jeden Tag bis zum Bersten belasten und dass wir uns nichts davon schön reden können. Aber wie wir das umkehren können, wie wir uns verändern können, dass dies nicht mehr so passiert. Dieses WIE steckt noch nicht einmal in den Babyschuhen. Ja es scheint noch nicht einmal entstanden zu sein.

Denn Verurteilung, Anklage und Demütigungen für anders Denkende haben noch nicht einen einzigen Fleischesser zum Veganer, Rassisten zum Cosmopolit und Atheisten zum Glauben gebracht. Angst vor etwas zu schüren, sich selbst über sein Gegenüber zu stellen, sich zusammen mit anderen Gleichdenkenden zu verbünden um dann auf einen einzelnen Menschen loszuschießen. Dies, genau dieses Verhalten hat uns ALLE dahin gebracht wo wir jetzt sind. In eine Zeit, wo die Gesellschaft kontroverser nicht sein könnte.

Während die Meinungssucht unglaubliche Ausmaße annimmt. Beschimpfungen und Beleidigungen im Netz sowie auf der Straße immer mehr zum guten Ton mutieren, springen immer mehr Pseudoweltverbesserer in den Netzen umher. Einer unauthentischer als der Nächste. Selten siehst du wie sie wirklich leben, die Personen, welche „Fleischesser“ (mittlerweile in der Szene ebenso ein Schimpfwort wie Gutmensch in der anderen)verpönen, und aufs übelste angehen. Da heißt es doch eigentlich immer rohes Fleisch macht aggressiv. Aber anscheinend gibt es auch ein paar Pflanzen, welche die Laune sehr schnell auf den Siedepunkt pushen. Vernünftige Argumentation völlig fehl am Platze. Aber nur sehr selten siehst du ein wirkliches Foto, siehst du wirkliche Nahrung, welche alle zu sich nehmen. Obwohl ich mich mittlerweile auch auf dem Weg hin zu größtenteils fleischfreier Kost (welches ein sehr langer, sehr intensiver und sehr schwerer Weg ist) befinde, und nicht allein aus ethnischen Gründen, sondern schlichtweg aus gesundheitlichen, kann ich dieses Verhalten und diese Art zu agieren nicht im Geringsten nachvollziehen und für gut heißen.

Ich habe heute irgendwo ein gutes Beispiel gebracht. Als ich vor Jahren aufhörte zu rauchen, bin ich auch nicht wie ein wildgewordener Löwe losgerannt und habe mit bösen Worten für Raucher um mich geworfen. Ich habe etwas viel besseres getan. Ich habe vielen meiner Freunde und Bekannten durch meine immer besser werdende Gesundheit aufgezeigt, wie viele Vorteile es haben kann. Und ich akzeptiere noch heute, wenn jemand in meiner Gegenwart draußen in freier Natur raucht. Ganz einfach, weil auch er ein freier Mensch ist.

Je mehr die Menschen von Toleranz, Liebe, Verständnis usw. sprechen und schreiben umso unwirklicher kommen sie rüber. Niemand oder äußerst selten jemand spricht über sich persönlich, gibt einen Einblick in die Realität, welche ja den kopierten Worten nach wie das Paradies sein muss. Immer öfter werden fremde Texte, Fotos und Videos geteilt und gepostet. Ich bin vor ungefähr einer Woche in eine Gruppe mit dem Titel „Mut – Mensch Umwelt Tier“ eingetreten. Der Gründer dieser Gruppe hat sich für mich – bisher zumindest -(ich bin ja bei Menschen auf alles gefasst) als sehr wertvoller und weiser Mann entpuppt, was etwas sehr seltenes geworden ist. Er hat die Gabe eben durch sein Wesen Menschen ein Stück ihres Wegs zu begleiten, wenn sie Lust haben sich vom Fleischkonsum zu entfernen. Aber was sich innerhalb kürzester Zeit in solch einem rasant anwachsenden Facebookgruppenpool an Unverständnis, Intoleranz und negativen Energien auftut, hat mich einmal wieder aufs neue fasziniert. Anstatt den MUT aufzubringen von seinem eigenen wundervollen Tag zu berichten. Seine eigenen authentischen und realen Erfahrungen kund zu tun, wird fremdes Gedankengut nur so durch den Äther gedonnert und wehe einer passt nicht zu 1000% in die Menge. Dann wird da schon mal die Keule ausgefahren und der Mensch als Mörder und Mob beschimpft.

Hierzu möchte ich jetzt mal meine ganz eigene Erfahrung mit Tierliebe und Tierschützern kundtun. Ich habe vermeintliche Tierliebhaber kennen gelernt, welche ihre Tiere schier erstickt haben mit ihrer „Liebe“. Liebe in Form von überfüttern, vermenschlichen, überfordern und komplett bemuttern. Auch diese Tiere hatten kein artgerechtes Dasein, ebenso wenig wie die Tiere im Zoo, im Zirkus und in der Massentierhaltung ohnehin nicht. Ich habe Menschen  kennen gelernt, welche anderen Menschen ständig damit in den Ohren liegen, dass sie ihre Tiere nicht artgerecht halten, während sie aber völlig überzüchtete Hunderassen als ihre Lieblingsrassen auserkoren hatten. Diese Rassen, welche entweder fast   nicht mehr in der Lage sind eigenständig zu atmen, da man ihnen vorsichtshalber die Nase gleich ganz weggezüchtet hat, oder Rassen mit kopierten Ohren, kopierter Rute, weggezüchtetem Fell usw. Ich bin Menschen begegnet, welche ihren Tieren Kleidungskollektionen an den Leib schneidern. Meist so sinnlos und unpraktisch, dass es den Tieren nicht gut tat diese tragen zu müssen. Ich habe Menschen erlebt, welche mit ihren Katzen zusammen am Tisch gegessen haben mit Teller und allem drum und dran. Ich erlebe fast täglich Hundebesitzer mit, welche an den Halsbändern ihrer „Lieblinge“ zerren, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie ergötzen sich an ihrer Macht, welche sie über das Tier haben, indem sie es zu ständigen Gehorsam fordern, aber bestimmt gibt es dafür eine Rechtfertigung. Denn eine Erklärung hat Mensch ja für alles. Natürlich kenne ich auch sehr viele wundervolle Tierliebhaber, welche ihre Tiere Tier sein lassen. Welche es lieben aber mit sich auf Augenhöhe sehen, welche es nicht betütteln, als wäre es ein kleines Baby.

Wisst ihr wer für mich die wertvollsten Menschen sind? Jene welche bescheiden sind, welche dankbar sind für das was sie haben, welche sich noch über Kleinigkeiten erfreuen, welche zuhören können und nicht nur reden, welche sich für ihr Gegenüber, welches sie kennen lernen und für dessen neue Freundschaft sie sich bedanken, wirklich interessieren. Es ist immer wieder spannend mit wie vielen Herzchen und Blümchen sich Menschen ins Leben zecken umso gleich ein paar Augenblicke später dieses dann wieder fallen zu lassen, als ob es nur ein kleiner Tropfen wäre und das nur, weil man es nicht mehr nötig hat, auch Unangenehmes mal auszuhalten.

Überall wird gebrüllt und gemosert, geklagt und gelitten, aber wirklich verändert und gehandelt wird nirgendswo. Während 1000de von Müttern täglich sich über das deutsche Schulsystem beklagen, peitschen sie ihre Zöglinge weiterhin genau da durch. Immer mit dem Vorwand, dass das ja so sein müsste, denn sonst würde aus ihrem Kind ja nix werden. Wisst ihr wann Kinder es heutzutage schwer haben ins Erwachsenenleben überzutreten, wenn sie keine Familie im Hintergrund haben. Wenn sich Opa, Oma, Tanten und Onkels einen Kehricht für sie interessieren. Wenn ihnen der Halt fehlt, auf den sie zurück greifen können, wenn es sie da draußen mal strauchelt. Nicht, wenn sie einen geringeren Schulabschluss als das Abitur absolvieren.

Von allen Seiten donnern Extremeinstellungen auf junge Menschen ein. Hier ist es unheimlich wichtig schon sehr früh seinen eigenen Radius so klein wie möglich zu halten. Seinen Fokus auf sich selbst zu richten. A sagt iss das nicht, B sagt tu das nicht, C sagt denk das nicht. Schnell fühlt sich der Mensch überfordert und beginnt entweder um sich zu schlagen, mit Argumenten, oder immer öfter auch Fäusten und in Härtefällen auch Waffen, oder er verkriecht sich in sein Schneckenhaus indem er Krankheiten ausbrütet. Beides muss nicht sein. Jeder kann es schaffen mit einem ganz einfachen Mittel. Liebt euch selbst, nehmt euch in solchen Momenten raus aus der Gesellschaft, aus der Familie, aus der Partnerschaft und fühlt in euch hinein, lernt mit euch allein zu sein, denn umso besser könnt ihr euren Familien und Partnern sowie Freunden dann gegenüber treten und wertvolle, sowie erfüllte Stunden miteinander verbringen. Vergesst nicht, nichts ist ewig, alles hier ist endlich und deshalb sollten wir uns nicht der Masse an Einstellungen, Gefühlen, Denken sondern uns ganz allein widmen. Wenn wir wirklich tief in uns drin Tiere ebenso wie Menschen lieben, nicht mehr und nicht weniger, dann wird uns über kurz oder lang unser Konsum immer fremder vorkommen. Dieser Prozess dauert, denn er wurde den meisten von uns über Jahrzehnte anerzogen.

Ich werde nächste Woche 50 Lenzen jung und habe schon so ziemlich jede Einstellung in meinem Leben durchlebt. Und völlig egal, ob ich Hippie, Öko, Hipster, Sexy, Vamp und was weiß ich noch lebte, es gab immer mindestens 1 Menschen, welcher das scheiße fand. Und obwohl ich mich selbst als einen der individuellsten Personen auf diesem Planeten empfinde, bin ich doch so komplett unauffällig normal. Deswegen auch mein Facebookspruch auf meinem Profil “ Ich passe in keine Schublade, weder körperlich noch geistig.“

Vielleicht würde es so manch strauchelnden und zwischen den Ufern schwimmenden Menschen eher animieren, wenn man sich selbst nicht zusammen mit anderen Gleichdenkern verbünden würde um diesen dann zu diskreditieren, sondern vielleicht hilft es der „Sache“ mehr wenn man selbst authentisch und ehrlich sein Leben und dessen Vorteile zeigt.

Ich selbst bin bekennender Freigeist. Es gibt Tage da will ich viel im Netz lesen und bin auch viel online, und wer mich kennt, weiß, dass es dann wieder Tage oder Wochen gibt wo ich mir eine Auszeit nehme von der ganzen Datenflut. Meist nachdem ich neue Menschen kennen gelernt habe. So auch jetzt. Es ist mal wieder soweit. Ich klink mich aus bis nächste Woche Freitag. Den Tag an dem ich ein halbes Jahrhundert alt werde, denn da werde ich mal für eine Stunde online kommen um mir die wunderschönen Glückwünsche durchzulesen. Ja man mag es kaum glauben, aber ich habe so viele Menschen dahin gehend anscheinend sehr positiv motiviert, mit meinem eigenen Tun, dass ich immer sehr persönliche liebe Worte geschrieben bekomme.

Mein Titel des heutigen Blogs heißt, wenn sich der Mensch hinter dem Tier versteckt. Was will ich damit sagen. Erstens ganz pragmatisch, dass man vielleicht ab und an sich selbst zeigen sollte. Das macht all das was man schreibt glaubwürdiger. Denn ich habe schon vor vielen Monaten damit aufgehört Profilbildern mit Sonnen, Wäldern usw. eine gewisse Ernsthaftigkeit zukommen zu lassen. Und zweitens dient es nicht der Sache, Menschen für Tiere und ihre Belange zu sensibilisieren, in dem man diese Spezies grundverurteilt.

Auch ein Widerspruch unserer Zeit. Während immer mehr darüber gesprochen wird wie feige es ist sich zu vermummen, zieht dies virtuell immer weitere Kreise. Ich werde mir sehr bewusst durch den Kopf gehen lassen, ob ich zukünftig überhaupt noch mit Personen ohne Gesicht kommuniziere.

In diesem Sinne habe ich heute einen bescheidenen Wunsch an  all meine veganen Freunde. Seit nachsichtig, verurteilt nicht, denn umso offener und positiver ihr eure eigene Lebensweise rüber bringt umso inspirierender und anregender wird der Weg dahin sein. Ich selbst bin immer offen für vegane Gerichte und Süßspeisen, halte aber eben nicht viel davon, mich stets in diesen Riesenbulk von anonymen Kochgruppen aufzuhalten. Vielleicht bereichert ihr ja meinen Messenger mit tollen Speisen.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp. Je grausamer die Tiervideos und Fotos, desto weniger wird man sie gucken, denn ich könnte wenn ich wollte auch jeden Tag unsägliches Leid von Menschen posten. Damit würde ich aber viele Menschen, welche meine Seite besuchen abschrecken. Stattdessen poste ich lieber positive Ereignisse wie z.B. wenn eine Aktion Erfolg hatte um Leben zu retten. So wäre es viel schöner ständig wunderschöne Tiere überall zu sehen. Ich kann diesbezüglich aber selbstverständlich nur für mich sprechen, dass mich eher die hübschen Kälber im Stall davon abbrachten ihr Fleisch je wieder zu essen.

Ebenso verhält es sich natürlich damit stets Randale, Feuer und Kriegsaktionen zu posten. Vielleicht sollte man eher solche Aktionen wie die der 1000 Gestalten verbreiten. Aber wirklich einfach nur eine Idee von mir.

Bis bald

eure Sue Freund